Absolut schnucklig!

Kim Deininger Details ist für die Südwest-Sterne unterwegs und besuchte ausgewählte Sehenswürdigkeiten entlang der Deutschen Fachwerkstraße.

Meine neue BMW F 800 ST will endlich etwas erleben. Und wo kann man sie besser zu ihrem Recht kommen lassen als auf den erlebnisreichen Straßen im Südwesten: kurvenreich über die Berge oder entspannt durch malerische Flusstäler.

Auf die Deutsche Fachwerkstraße treffe ich in Mosbach. Unten am Neckar führt die Genießertour der SüdwestSterne vorbei und streift den Stadtteil Neckarelz. Dort machte einst schon Goethe in der „Alten Posthalterei“ Station. Ich aber sitze auf dem Marktplatz und verstehe, warum die fast zwölfhundert Jahre alte Stadt eine Etappe auf der Fachwerkstraße ist. Besonders kunstvoll: Das „Palm‘sche Haus“ neben dem Rathaus. Im Stadtmuseum lerne ich dann auch gleich mehr über die Fachwerkbauweise und die Wohnkultur im 1788 erbauten „Haus Kickelhain“ – mit 26 Quadratmetern Grundfläche eines der kleinsten freistehenden Fachwerkhäuser Deutschlands.

Abends geht‘s nach Weinsberg in den Rappenhof – unterwegs muss ich unbedingt noch im Zweiradmuseum in Neckarsulm vorbeischauen ;-)

Foto: J. Pooch / digitalstock

STADT MOSBACH >>


Foto: Mussklprozz / CC BY-SA 3.0


Ich wollte schon immer nach Vaihingen an der Enz, weil dort nicht nur guter Wein herkommt, sondern auch Bonbons – am besten unabhängig voneinander zu genießen! Schnell das „Pflichtprogramm“ für dieses Magazin, nämlich ein Blick auf die denkmalgeschützten Fachwerkhäuser am Marktplatz. In einem ehemaligen Bahnhof ist das Bonbon-Museum untergebracht. Hier werden auf 300 Quadratmetern Bonbons, Bonbondosen, Herstellungsmaschinen und alte Werbung in Szene gesetzt: Vom Orient, wo die Bonbons im achten Jahrhundert erfunden wurden, bis zur Produktion heute. Zu sehen ist auch die authentische Einrichtung des ehemaligen Kolonialwarenladens „Oscar Zahn“ aus der Calwer Straße in Stuttgart, der viele Jahre seine Bonbons aus Vaihingen bezogen hatte.

Im nördlich gelegenen Ort Horrheim, der auch zu Vaihingen gehört, gibt es in der Alten Kelter ein Weinmuseum. Horrheim ist absolut schnucklig! Fachwerkhäuser, wohin man blickt, und auch die Clemenskirche ist sehenswert. Um 1620 wirkte an ihr auch der schwäbische Renaissance-Baumeister Heinrich Schickhardt und schuf unter anderem den achteckigen Turmaufsatz.

BONBON-MUSEUM >>


In Stuttgart gibt es auch ein Vaihingen, dort steige ich im Römerhof ab. Am nächsten Morgen geht es früh weiter nach Waiblingen, Fachwerkhäuser rund um das historische Rathaus! Mein Geheimtipp liegt aber wieder außerhalb: Richtung Osten ins Emstal fahren und den Waiblinger Stadtteil Beinstein besuchen. Auch hier ist viel Fachwerk zu sehen, aber alles noch etwas uriger, als ob die Zeit stehen geblieben sei. Von der Fassade des ältesten Hauses am Ort prangen „Neidköpfe“. Das sind Fratzen, mit denen man das Böse abwehren wollte.
In Schorndorf war ich neulich schon, das Daimler-Geburtshaus besichtigen. Daher geht‘s gleich über Kernen den Schurwald hinauf, wofür hat man sonst die Maschine? Nächste Station: Esslingen. Klar, die Altstadt muss man einfach gesehen haben, vor allem das Rathaus. In den Gassen dahinter gibt es Fachwerk satt, auch am Marktplatz, dem Schelztor oder dem Speyrer Zehnthof, wo heute Sekt hergestellt wird. Über Kirchheim unter Teck geht‘s nach Bad Boll, vom Badhotel den Blick auf‘s Stauferland genießen.
Foto: Enslin / CC BY-SA 3.0

WAIBLINGEN-BEINSTEIN >>


Mit zwei Rädern über die Schwäbische Alb muss sein! Das sehe ich auch an den vielen Bikern, denen ich auf den kurvenreichen Straßen begegne: Bad Urach, Lichtenstein, Tübingen – tja, bin schnell unterwegs! Herrenberg hatte ich schon bei meiner letzten Tour empfohlen, ich halte aber unbedingt zum Mittagessen im Hotel Gasthof Hasen. Weiter nach Calw ins Hermann-Hesse-Museum. Altstadt? Fachwerk! So auch das Geburtshaus des Schriftstellers am Marktplatz.

HERMANN HESSE >>


In Dornstetten lasse ich das Fachwerk mal beiseite und besichtige im Stadtteil Hallwangen das historische Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergwerk „Himmlisch Heer“. Und dann heißt es raus aus den Stiefeln: Im Barfußpark lassen sich auf einem zweieinhalb Kilometer langen Rundweg viele Kneipp- und Spielstationen erleben, abwechslungsreich für Jung und Alt. Das Barfußlaufen wird auch gezielt als Naturheilmittel gegen Venenleiden eingesetzt.

BARFUSSPARK >>


Stopp in Loßburg: E-Bike-Fahren im Landgasthof Hotel Hirsch – ob solch ein Slow-down etwas für mich ist? Die Schwarzwald-Straßen werde ich noch einige Tage unsicher machen, Schiltach und Haslach stehen auf dem Fachwerkprogramm. Zum Schluss nehme ich in Baiersbronn noch ein Bad im Tannenbaumstamm – auch sehr schnucklig! Aus Holz lässt sich eben noch mehr machen außer Fachwerk.


TOUREN-ÜBERSICHT

Mosbach · Haus Kickelhain · Neckarsulm

Weinsberg :: Südweststerne-Stopp Hotel & Gutsgaststätte Rappenhof
Kontakt: www.rappenhof.de >>


Eppingen · Besigheim · Bietigheim-Bissingen · Vaihingen an der Enz · Bonbon-Museum · Stadtteil Horrheim · Weinmuseum

Stuttgart-Vaihingen :: Südweststerne-Stopp Römerhof
Kontakt: www.roemerhof-vaihingen.de >>


Markgröningen · Marbach · Backnang · Schorndorf · Waiblingen · Stadtteil Beinstein: Neidköpfe · Kernen · Esslingen · Kirchheim unter Teck

Bad Boll :: Südweststerne-Stopp Badhotel Restaurant Stauferland
Kontakt: www.badhotel-stauferland.de >>


Weilheim an der Teck · Owen · Bad Urach

__ Westroute Schwarzwald

Herrenberg :: Südweststerne-Stopp Hotel Gasthof Hasen
Kontakt: www.hasen.de >>


Calw · Hermann-Hesse-Museum · Altensteig · Dornstetten · Stadtteil Hallwangen · Bergwerk und Barfußpark

Loßburg :: Südweststerne-Stopp Landgasthof Hotel Hirsch
Kontakt: www.hirsch-lossburg.de >>


Schiltach · Haslach · Wolfach · Schapbach

Baiersbronn :: Südweststerne-Stopp Hotel Tanne
Kontakt: www.hotel-tanne.de >>


__ Südroute Bodensee
Blaubeuren · Riedlingen · Biberach an der Riß · Pfullendorf · Meersburg

Langenargen :: Südweststerne-Stopp Hotel Restaurant Löwen
Kontakt: www.loewen-langenargen.de >>

_ TOUREN-ÜBERSICHT ZUM AUSDRUCKEN (PDF) >>


< zurück zu TOUREN