Bleiben Sie zu Hause!

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

bis vor kurzem und trotz vieler politischer Hinweise und Warnungen sah man sie noch immer: Wandergruppen in Cafés, flanierende Menschengruppen auf Straßen und Plätzen, "Zwangs-Urlauber", die nach außen hin - teils provozierend - verdeutlichten, dass sie sich aus den allseits bekannten Hinweisen und Verordnungen (noch) nichts machen. Ich sah und hörte Mitmenschen, die mit ihrem medizinischen Halbwissen den Corona-Virus in seiner Gefährlichkeit schmälerten. Ich las noch bis vor wenigen Tagen Meldungen von erwachsenen Menschen, die Corona ins Lächerliche zogen und versuchten, diese möglichst rasch um die Welt zu leiten. Ich hörte von "Corona-Partys" - und mir wird noch immer anders.

Ich sehe und erlebe aber auch Menschen, die in diesen Tagen ganz besonders auf sich und ihre Mitmenschen achten, die sich sorgen - oft weniger um sich selbst, vielmehr um den besonders anfälligen Personenkreis, nämlich Ältere und chronisch Kranke, die unter uns leben, und dies noch möglichst lange tun sollen. Ich erlebe Menschen, die helfen wollen, die sich für Einkaufsdienste bereit erklären und die eingesehen haben, dass das Gebot der Stunde bedeutet, zuhause zu bleiben und sich nur für das absolut Unaufschiebbarste auf den Weg nach Draußen machen.

Das, was jetzt und die nächsten Wochen zu tun ist, sind keine so genannten Hamsterkäufe, sondern der Kauf der notwendigsten Dinge für die nächsten Tage - so wie immer. Es gilt, zuhause zu bleiben, mit seinen Liebsten oder eben allein. Den Garten genießen, Bücher lesen, neue Koch- oder Backrezepte ausprobieren, mit den Kindern spielen und sie in dieser Zeit bestmöglich unterhalten. Vielleicht auch die Zeit nachzuholen, die im hektischen Alltag manchmal zu kurz kommt. Jetzt ist die Zeit dafür reif. Aber auch soll der Corona-Virus in diesen Tagen nicht totgeschwiegen werden. Darüber reden, verständlich erklären und diskutieren hilft. Ja, und gerne auch darüber ärgern, was er uns Menschen zurzeit abverlangt - ob Groß oder Klein. Es ist keine einfache Zeit, sie ist herausfordernd, kräfte- und nervenzehrend.

Doch wenn wir mit dieser Zeit und unserem Tun verantwortungsvoll umgehen, können wir (lebens-)wichtige Zeit gewinnen, die unser Gesundheitssystem derzeit und künftig bitter benötigt, um betroffene Menschen retten zu können.

Den unzähligen Menschen, die sich um die Patienten kümmern, Abstriche abnehmen, auswerten oder Krisenmanagement betreiben, gilt an dieser Stelle mein aufrichtiger Dank; ebenso all denjenigen, die Nachbarschaftshilfe in jeglicher Form anbieten und sich so um diejenigen kümmern, die zur Vermeidung von Ansteckungen aktuell nicht unter die Leute gehen dürfen.

Meine Damen und Herren,

jetzt zeigt sich die Solidarität unter uns und füreinander. Sie darf kein Lippenbekenntnis sein. Wir alle müssen voller Achtsamkeit Nächstenliebe und Verantwortungsbewusstsein leben! Ich appelliere inständig und aus tiefem Herzen an Sie alle, ob jung oder alt: Bleiben Sie zuhause, gehen Sie nur für das unbedingt Notwendige zum Einkaufen, fahren Sie allein und mit dem Auto zur Arbeit, wenn Homeoffice nicht zur Verfügung steht, kommunizieren Sie ausschließlich telefonisch mit Kollegen, Nachbarn oder Freunden. Meiden Sie den nahen Kontakt mit anderen Menschen, auch mit Ihren geliebten Menschen in der eigenen Familie. Das dies weh tut, kann ich als dreifacher Familienvater schmerzlich nachvollziehen. Und dennoch ist dies momentan das einzig Richtige und Wichtige, was wir alle tun können und tun müssen.

Bitte passen Sie auf sich und unsere Mitmenschen auf - und bleiben Sie gesund!


Ihr

Daniel Kohl
Bürgermeister



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