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Haus & Grund Berlin Informationen und Standpunkte 2016

| 19 Wenn diese Kritik über die Medien ausgetragen wird, macht man sich in den Bezirken natürlich keine Freunde. Das „Bündnis für das Wohnen“ konnte hier Abhilfe schaffen. Anhand der gemeinsamen Erörterungen hat der oberste Bauprü- fer der Stadt sich der Sache angenommen und festgestellt, dass tatsächlich innerhalb der Verwaltung Optimierungsbedarf be- steht. Seitdem laufen praktische Dinge durchaus besser: Die Be- hörden versuchen, die Problematik auch aus der Sicht der Inve- storen zu betrachten, da haben sich die Bezirksämter gegenüber der Senatsverwaltung zu Verbesserungen verpflichtet. Im Gegen- zug gaben die wohnungswirtschaftlichen Verbände möglichst verbindliche Absichtserklärungen zum Neubau von Wohnraum. Allein innerhalb eines Jahres konnten so rund 6.000 Wohnungen gebaut werden. Das gilt als derzeitiger Minimalbedarf – im „Bündnis“ wurde aber auch diskutiert, dass aufgrund der zu er- wartenden Entwicklungen in nicht ferner Zukunft auch ein Über- angebot bestehen kann. Man darf nicht in den Leerstand produzieren. Die Stadt sagt nachvollziehbarerweise, dass sie gegenwärtig mehr Wohnraum benötigt – wir sehen andererseits die Gefahr, dass langfristig gesehen der Bau von Wohnraum einfach zu teu- er wird. Es macht vermutlich nicht mehr allzu lange Sinn, weiterhin zu bauen, weil die Baukosten so hoch sind, dass die derzeit erfor- derlichen Mieten von 13 bis 14 Euro pro Quadratmeter noch weiter steigen werden. Wenn Sie das vermieten wollen, kommt dafür nur eine bestimmte Klientel in Frage, und Sie müssen wohl trotzdem etwas draufschlagen, um überhaupt Rücklagen bilden zu können. Hinzu kommen die Risiken der Bevölkerungsentwicklung. In der Tat. 85 Prozent der Hamburger leben in Ein- oder Zweiper- sonenhaushalten. Ein Staatsrat sagte kürzlich: Falls die Menschen auf die Idee kommen, ihr soziales Leben zu verändern, also statt Smartphone und Facebook lieber wieder verstärkt „körperlich“ zusammenleben wollen, hätten wir alle ein enormes Problem, weil sich der Wohnungsmarkt in eine andere Richtung entwickelt hat. Leerstand und großer Modernisierungsbedarf wären die Fol- ge und würden immense finanzielle Belastungen für alle bedeu- ten. Wie in Berlin gibt es in Hamburg auch einen Mietspiegel? Es handelt sich um einen „qualifizierten“ Mietspiegel, jedenfalls ist er bisher nicht angegriffen worden. In der Vergangenheit kam er bei Mieterhöhungen in bestehenden Mietverträgen zur An- wendung, aber inzwischen hat sich seine strategische Bedeutung verändert: Aufgrund der „Mietpreisbremse“ wird der Mietspie- gel nun auch bei Neuvermietungen herangezogen, obwohl er da- für nicht geeignet ist. Für diesen Zweck bildet der Mietspiegel die Wohnungssituation in der Stadt nicht korrekt ab und beschneidet die Eigentümer schon bei der Neuvermietung. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass er mit den ersten Prozessen wegen der „Miet- preisbremse“ ebenfalls angegriffen wird. > foto:Grundeigentümer-verbandHamburg

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